Juli 2010 [Monatsarchiv]


Frau Steinbachs falsches Opferbild

Die NS-Vergangenheit des "Bundes der Vertriebenen" und seine fragwürdige Interpretation der deutschen Geschichte

Am 5. August will der "Bund der Vertriebenen" im Stuttgarter Neuen Schloss "60 Jahre Charta der Heimatvertriebenen" feiern. Ein Grund, dieser Selbstinszenierung chronischer Geschichtsfälscher entschieden entgegen­zutreten. In kaum zu über­bietender Perfidie werden die Deutschen als die bedauernswerten Opfer der Tschechen, Polen usw. dargestellt. Das fügt sich ein in die verbreitete "Schlussstrichmentalität". Das singuläre Ausmaß deutscher Verbrechen soll im großen Strom des "allgemeinen Unrechts auf der Welt" unkenntlich und vergessen gemacht werden. [Weitere Informationen hier.] Zeitgleich zur Veranstaltung im Neuen Schloss wollen wir am 5. August am Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (Karlsplatz/Altes Schloss) an jene erinnern, die als deutsche oder tschechische Bürger der tschechoslowakischen Republik, als Bürger jüdischen Glaubens oder als Emigranten vor und nach der Zerstückelung - und letztlich Zerschlagung - eines der letzten demokratischen Staaten in Mitteleuropa ermordet, verfolgt oder ins Exil getrieben wurden.